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Fahren auf Gravel Road

Forum für Tipps für den Urlaub mit vier Rädern im australischen Outback: Fahrzeugwahl, Vorbereitung für Notfälle etc.

Fahren auf Gravel Road

Beitragvon ELL2829 am Di 19. Mai 2020, 13:27

Ich möchte mal eine Diskussion anstoßen:

Fahren mit einem 4WD (kein SUV) auf Gravel Road.

Reifendruck, Geschwindigkeit.

Was sind Eure Erfahrungen?

Ich selbst bin gerne mit etwa 40 psi gefahren und das bei einer Geschwindigkeit oberhalb der "Schmerzgrenze", d.h. bei einer Geschwindigkeit, wo ich nicht das Gefühl hatte, jetzt zerlegt es das Auto.

Zum Luftdruck gibt es verschiedene Thesen: ein hoher Druck verhindert, dass die Flanken zu sehr walken und damit die Reifen vorzeitig altert. Gleichzeitig fährt man relativ unkomfortabel und kleine Steine können sich in den Reifen drücken, da er nicht nachgibt. Allerdings ist die Gefahr, dass die Seitenwände durch Steine oder anderes beschädigt werden, geringer, da sie nicht so weit nach außen drängen. Bei niedrigem Luftdruck übernehmen die Reifen einen Teil der Abfederung.

Ich bin auf Gravelroad immer mit Allradantrieb gefahren und meistens mit einer Geschwindigkeit vom mehr als 70 km/h. Allrad deshalb, weil das Auto die meiste Zeit keinen Kontakt zum Untergrund hat, sondern zu 80% fliegt. Und der Allradantrieb dafür sorgt, dass zumindest ein Rad für Vortrieb sorgt.

Bei meiner letzten Tour auf der Great Central Road hatte ich einen Platten. Ein kleines Steinchen, 5 cm lang und etwa 1 cm Durchmesser, hatte sich in die Lauffläche gebohrt. Zum Glück hatte ich ein Luftdruckkontrollgerät mitgebracht, das ganz aufgeregt piepste, als der Druck sank. Beim Aussteigen hörte ich es dann schon zischen. Den Reifen konnte ich in Alice Springs reparieren lassen. Im Jahr davor ohne TPMS hatte ich zwei Totalschäden, da ich den Druckverkust nicht bemerkt hatte, bzw. erst als es zu spät war.

Wie war es bei Euch, wie seid Ihr das angegangen?

Peter
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Re: Fahren auf Gravel Road

Beitragvon mv am Di 19. Mai 2020, 13:56

Hallo Peter,

meine Erfahrungen beziehen sich auf einen Troop Carrier bzw. einen Hilux. Die Reifen waren bei Übernahme (Travel Car Center) immer gut bis sehr gut. Die Kilometer auf unbefestigten Straßen kann ich gerade nur schwer abschätzen: 20.000? 30.000?

Auf guten Gravel Roads so mit 70-80, teils mit 4WD, teils ohne. Immer Luftdruck unverändert belassen, nur bei echten Sandstrecken (Strand, Fraser, Simpson...) den Luftdruck reduziert. Einen Platten hatten wir auf Fraser Island, weil sich wohl Sand zwischen den Schlauch und den Reifen vorgearbeitet hatte und deshalb am Schlauch rieb. Es blieb der einzige bei allen Reisen. Da ich viele Geschichten von Platten in Australien kenne, hat mich immer überrascht, dass wir verschont blieben (fingers crossed).

Michael
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Re: Fahren auf Gravel Road

Beitragvon WestSkills WA am Do 21. Mai 2020, 11:00

Reifendruck Hilux - bei 29 psi /2bar/200 kpA haben wir ca. eine Handflaeche an Haftungsflaeche, pro Reifen. Reicht vollkommen, unter Normalbedingungen, aus. Das Gesamtgewicht des Vehicles ist nicht variable. Je hoeher der Reifendruck, desto geringer die Haftungsflaeche, desto groesser die Last pro Quadratmillimeter Haftungsflaeche. Heisst, der Reifen wird einfacher / schneller durch scharfkantige Gegenstaende beschaedigt. Er gibt weniger nach / absobiert den impact nicht.

Cheers
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Re: Fahren auf Gravel Road

Beitragvon fcmfanswr am Fr 22. Mai 2020, 11:20

Hallo zusammen,

ich habe nur Erfahrungen mit dem Hilux. Da würde ich WestSkills WA folgen, 30psi oder leicht darunter fand ich für Gravel Roads immer nützlich.
Zuletzt hatte ich mal einen Platten auf dem Savannah Way zwischen Borroloola und Normandton.
Da war ich allerdings auch zu schnell unterwegs und somit quasi selbst schuld, denn ich denke die Geschwindigkeit ist neben dem Reifendruck ein sehr wichtiger Faktor!

Bei dem Allrad verstehe ich euch allerdings nicht. Wenn es z.B. sandig oder schlammig ist okay... aber wozu auf Gravel Roads, das verbraucht doch nur unnötig Sprit!?
Oder von was für Gravel Roads reden wir hier? Ich meine sowas wie GRR, Oodnadatta Track o.ä. ...
Allrad schalte ich nur auf sehr sandigen, oder schlammigen Pisten dazu, oder bei schwierigen Flussdurchfahrten.

Grüße
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Re: Fahren auf Gravel Road

Beitragvon ELL2829 am Fr 22. Mai 2020, 16:44

fcmfanswr hat geschrieben:Bei dem Allrad verstehe ich euch allerdings nicht. Wenn es z.B. sandig oder schlammig ist okay... aber wozu auf Gravel Roads, das verbraucht doch nur unnötig Sprit!?
Oder von was für Gravel Roads reden wir hier? Ich meine sowas wie GRR, Oodnadatta Track o.ä. ...
Allrad schalte ich nur auf sehr sandigen, oder schlammigen Pisten dazu, oder bei schwierigen Flussdurchfahrten.

Grüße

Es dreht sich darum, nach Möglichkeit immer eine Achse oder zumindest ein Rad auf dem Boden zuhaben, um damit für Vortrieb zu sorgen. Außerdem kann ich verhindern, dass das Heck in Kurven ausbricht, da die Vorderachse mich um die Kurve zieht. Klappt alles nicht, wenn ich bzw. das zu schnell fahre.

Bei meinem Hilux lag der Verbrauch um 1 LIter höher, war damit eigentlich zu vernachlässigen.

Peter
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Re: Fahren auf Gravel Road

Beitragvon fcmfanswr am So 24. Mai 2020, 03:46

ELL2829 hat geschrieben:
fcmfanswr hat geschrieben:Bei dem Allrad verstehe ich euch allerdings nicht. Wenn es z.B. sandig oder schlammig ist okay... aber wozu auf Gravel Roads, das verbraucht doch nur unnötig Sprit!?
Oder von was für Gravel Roads reden wir hier? Ich meine sowas wie GRR, Oodnadatta Track o.ä. ...
Allrad schalte ich nur auf sehr sandigen, oder schlammigen Pisten dazu, oder bei schwierigen Flussdurchfahrten.

Grüße

Es dreht sich darum, nach Möglichkeit immer eine Achse oder zumindest ein Rad auf dem Boden zuhaben, um damit für Vortrieb zu sorgen. Außerdem kann ich verhindern, dass das Heck in Kurven ausbricht, da die Vorderachse mich um die Kurve zieht. Klappt alles nicht, wenn ich bzw. das zu schnell fahre.

Bei meinem Hilux lag der Verbrauch um 1 LIter höher, war damit eigentlich zu vernachlässigen.

Peter


Danke für die Erklärung, habe ich verstanden.
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