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21.01. – 11.02.17 Freiburg: Ausstellung Aborginal Art

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21.01. – 11.02.17 Freiburg: Ausstellung Aborginal Art

Beitragvon lenz am Mi 21. Dez 2016, 18:01

Ausstellung Aborginal Art - Buku-Larrŋgay Mulka - Gemälde und Skulpturen aus dem Top End Australiens
Die Geister, die ich rief … Von bedeutenden Zeremonien, spirituellen Seelen und politischen Zielen der Yolŋu.

Mi - Fr 11:00 – 18:00, Sa 10:00 – 14:00

Artkelch Freiburg, Günterstalstraße 57, 79102 Freiburg
http://www.artkelch.de

Vernissage: Sa 21.01. 10:00 – 14:00 Einführung in die Ausstellung durch die Kuratorin Robyn Kelch um 11:00 Uhr

Das Kunstzentrum Buku-Larrŋgay Mulka im östlichen Arnhemland (Northern Territory) wurde durch Arbeiten mit Erdpigmenten auf Rinde und Larrakitj (Gedenkpfähle) berühmt.

Website des Kunstzentrums Buku-Larrŋgay Mulka
http://www.yirrkala.com


Buku-Larrŋgay ist das Gefühl von Wärme auf dem Gesicht, wenn es frühmorgens von den ersten Sonnenstrahlen getroffen wird (wenn man sich gen Osten wendet) Mulka ist der Begriff für eine heilige und dennoch öffentliche Zeremonie.

Die Ursprünge der Kunst dieses Landstriches, der sich sehr über die Beziehung des Lands zum Wasser definiert, liegen in uralten Clan-Designs, deren Kreuzschraffuren noch heute bei Zeremonien auf die Körper der Beteiligten gemalt werden. Diese beziehen sich wiederum auf die Zeichen und Muster der von den Schöpferahnen gestalteten Charakteristika der Landschaft und den Tieren und Pflanzen, die darin leben. Zu diesen Landschaftsformationen zählen die großen Mangroven- und Stringybark-Wälder sowie Zonen, in denen sich Meer- und Süßwasser mischen. Orte, die für Fruchtbarkeit und Neuanfang stehen.

Die Herstellung der Rinden, die bemalt werden sollen, ist ein uraltes Handwerk. Während der Regenzeit wird die Rinde der Stringybark-Bäume geerntet, mit Hilfe von Feuer begradigt und dann mit selbst hergestellten Farben aus natürlichen Erdpigmenten bemalt.

Die Larrakitj (Gedenkpfähle) stammen aus der Sepulkralkultur der Yolŋu. Sie sind sogenannte Baumsärge, von Termiten ausgehöhlte Baumstämme, in denen die Knochen der Verstorbenen zur letzten Ruhe gebettet werden. Bestattungszeremonien nehmen bei indigenen Australiern eine besondere Stellung ein. Sie dienen dazu, die reale und die spirituelle Seele des Verstorbenen an ihre jeweils zugedachten Orte zu führen. Die ausgestellten Larrakitj sind alle unbenutzt. Bei ihnen steht die künstlerische Ausführung im Vordergrund, die nichtsdestotrotz zur Aufrechterhaltung der Kultur und der Kontaktaufnahme mit den Schöpferahnen dient.

Last but not least bezaubern hier hölzerne Abbilder von Schöpferahnen und Geistern, sogenannte Mokuy, deren Tradition auf den frühen Kontakt mit den Macassen zurückgeht.

Die Kunst aus Yirrkala, hier ist Buku-Larrŋgay Mulka beheimatet, ist weit älter als das Kunstzentrum selbst und untrennbar mit dem Kampf um Land- und Seerechte verknüpft und diente damit politischen Zielen. So haben die Yolŋu schon früh einen großen Teil des ursprünglich geheimen Wissens preisgegeben, um anhand der Kunstwerke ihre Rechte zu beweisen. Das Kunstzentrum ist dann 1976 mit der Intention gegründet worden, den Yolŋu ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.

Doch wurde bereits viel früher Kunst geschaffen und auch an Weiße verkauft. So gehörte die Kunst aus Yirrkala zu den ersten indigenen Kunstformen Australiens, denen durch Museumsausstellungen schon in den 1950er Jahren Bedeutung als eine der westlichen Kunst gleichwertige Kunsttradition beigemessen wurde.

Die ausgestellten Werke bestechen neben ihrer rein stofflichen Andersartigkeit im Vergleich zur Acrylmalerei der Wüste Australiens durch die Ursprünglichkeit und den schimmernden Glanz ihrer Energiemuster – ein Zeichen, dass die Schöpferahnen beim Malen anwesend waren.

Zu den ausgestellten Künstlern gehören Gurrundul Marawili, Malaluba Gumana, Marrnyula Munuŋgurr, Mulkun Wirrpanda, Napuwarri Marawili, Nawurapu Wunuŋmurra, Noŋgirrŋga Marawili sowie Ralwurrandji, Wukun und Yalanba Wanambi.

Diese Ausstellung wird auch hier gezeigt:

16.02. – 19.02.2017: art KARLSRUHE 2016
Halle 2 | Stand E22, Messeallee 1, 76287 Rheinstetten
Do – Sa 12:00 – 20:00, So 11:00 – 19:00
http://www.art-karlsruhe.de
Joerg-M. Lenz
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geschäftsführender Gesellschafter der dlp software und reiseservice GmbH

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