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Erfahrungen nach Unfall mit Mietcamper

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Re: Erfahrungen nach Unfall mit Mietcamper

Beitragvon Zeitreisender am So 19. Mär 2017, 19:32

Wie ich ja schon schrieb, es war ein Major Usealed Road, also die "bestmögliche" Kategorie einer Gravelroad. Die Straße war topfeben, kein Grid, kein Dip, kein Crest, keine Kurve, keine Auswaschungen und auch so gut wie überhaupt kein Waschbrett. Staubtrocken war es auch.
Ich war nicht schnell unterwegs. Sowohl bei Reifendruck als auch Geschwindigkeit habe ich mich an die Vorschriften gehalten. Ins Detail gehe ich nicht. Da mir von der Vermietung die übelsten Unterstellungen gemacht wurden (wie ich ja schon schrieb: angeblich wäre ich mit platten Reifen gefahren, hätte Knallgeräusche ignoriert usw) bin ich da sehr vorsichtig.

Ich weiß nicht wer hier alles mitliest, und im ungünstigsten Fall wird mir das Wort im Mund umgedreht. Da bitte ich um Verständnis für. Es geht einfach um zu viel!

Zu der Frage der Reifenmontage. Die Druckstellen habe ich erst hinterher als mögliche Ursache damit in Verbindung gebracht, ich bin schließlich kein Fachmann. Hinterher ist man dann immer schlauer.

Aber mal ganz ehrlich , wer rechnet damit, dass zwei Reifen gleichzeitig kaputt gehen. Als ich den Reifenservice verlassen hatte, schien alles okay. Ich hatte zu dem Zeitpunkt alles unternommen um eine sicher Fahrt zu haben. Das der warscheinlich geschwächte Ersatzreifen eine derartige Kettenreaktion auslöst war überhaupt nicht vorauszusehen, genausowenig, dass dieser Reifen nur 120 km später versagt.
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Re: Erfahrungen nach Unfall mit Mietcamper

Beitragvon theodor am So 19. Mär 2017, 23:14

WestSkills WA hat geschrieben:Ich ging einfach zu meiner Bank und liess mir eine neue Credit Card mit neuen Nummer und CVS ausstellen und die Abbuchungsversuche (Direct Debit) liefen ins Leere. Ich will ja niemanden motivieren, aber es funktioniert auf diese Art und Weise relativ einfach und effizient.


Oh, kann man sich damit auch Autos kaufen? :-D

Cool, dass es fuer Dich geklappt hat, aber ich vermute, dass die Versicherung unabhaengig von Deiner neuen Kreditkarte erkannt hat, dass Bello tot ist und daher auf ihre Forderungen verzichtet hat. Vielleicht warst Du im Recht, vielleicht waren sie kulant. Die Tatsache das Direct Debit nicht funktioniert wird nicht die Rechtslage veraendern haben, in der Du mit der Versicherung ein Vertragsverhaeltnis eingegangen bist. Deren Rechtsabteilung haette sich davon sicherlich nicht abschrecken lassen.

Ggf ist der Wechsel der Kreditkarte fuer Dich uebrigens nachteilig in Bezug auf Deine Kreditwuerdigkeit (Scoring Algorithmen bewerten derartiges negativ).
Zuletzt geändert von theodor am So 19. Mär 2017, 23:24, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Erfahrungen nach Unfall mit Mietcamper

Beitragvon theodor am So 19. Mär 2017, 23:23

Zeitreisender hat geschrieben:Wie ich ja schon schrieb, es war ein Major Usealed Road, also die "bestmögliche" Kategorie einer Gravelroad. Die Straße war topfeben, kein Grid, kein Dip, kein Crest, keine Kurve, keine Auswaschungen und auch so gut wie überhaupt kein Waschbrett. Staubtrocken war es auch.
Ich war nicht schnell unterwegs. Sowohl bei Reifendruck als auch Geschwindigkeit habe ich mich an die Vorschriften gehalten. Ins Detail gehe ich nicht. Da mir von der Vermietung die übelsten Unterstellungen gemacht wurden (wie ich ja schon schrieb: angeblich wäre ich mit platten Reifen gefahren, hätte Knallgeräusche ignoriert usw) bin ich da sehr vorsichtig.

Ich weiß nicht wer hier alles mitliest, und im ungünstigsten Fall wird mir das Wort im Mund umgedreht. Da bitte ich um Verständnis für. Es geht einfach um zu viel!

Zu der Frage der Reifenmontage. Die Druckstellen habe ich erst hinterher als mögliche Ursache damit in Verbindung gebracht, ich bin schließlich kein Fachmann. Hinterher ist man dann immer schlauer.

Aber mal ganz ehrlich , wer rechnet damit, dass zwei Reifen gleichzeitig kaputt gehen. Als ich den Reifenservice verlassen hatte, schien alles okay. Ich hatte zu dem Zeitpunkt alles unternommen um eine sicher Fahrt zu haben. Das der warscheinlich geschwächte Ersatzreifen eine derartige Kettenreaktion auslöst war überhaupt nicht vorauszusehen, genausowenig, dass dieser Reifen nur 120 km später versagt.


thanks for sharing!

Meine laienhafte Auslegung der Vertragsbedingungen waere, dass 'nicht versichert' dann wohl auch 'nicht versichert' bedeutet. Unabhaengig davon, ob der Rollover nun durch einen Fahrfehler (offensichtlich in der ueberwiegenden Mehrheit der Faelle) oder durch fehlerhafte Reifen verursacht wurde, ist das ja klar aus dem Vertrag ausgeschlossen. Offensichtlich geht man als Mieter komplett das Risiko ein, in dem (unwahrscheinlichlichen) Fall des Rollovers auf dem Schaden zu sitzen. Google weiss von einem Oelfleck-Rollover zu berichten, welcher auch nicht durch die Vermieter-Versicherung abgedeckt wurde (aber dann vielleicht durch den Oelfleck-Verursacher?).

Aber klar, wenn etwas mit den Reifen nicht koscher ist, dann kann das nicht unter den Tisch fallen. Und falsche Aussagen sollten sicherlich nicht im Protokoll auftauchen. Da gibt es sicherlich Spielraum fuer einen Rechtsstreit, und zumindest fuer einen Vergleich.

Zum Glueck bist Du rechtschutzversichert!
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Re: Erfahrungen nach Unfall mit Mietcamper

Beitragvon Zeitreisender am Mo 20. Mär 2017, 10:31

theodor hat geschrieben:
thanks for sharing!

Meine laienhafte Auslegung der Vertragsbedingungen waere, dass 'nicht versichert' dann wohl auch 'nicht versichert' bedeutet. Unabhaengig davon, ob der Rollover nun durch einen Fahrfehler (offensichtlich in der ueberwiegenden Mehrheit der Faelle) oder durch fehlerhafte Reifen verursacht wurde, ist das ja klar aus dem Vertrag ausgeschlossen. Offensichtlich geht man als Mieter komplett das Risiko ein, in dem (unwahrscheinlichlichen) Fall des Rollovers auf dem Schaden zu sitzen. Google weiss von einem Oelfleck-Rollover zu berichten, welcher auch nicht durch die Vermieter-Versicherung abgedeckt wurde (aber dann vielleicht durch den Oelfleck-Verursacher?).

Aber klar, wenn etwas mit den Reifen nicht koscher ist, dann kann das nicht unter den Tisch fallen. Und falsche Aussagen sollten sicherlich nicht im Protokoll auftauchen. Da gibt es sicherlich Spielraum fuer einen Rechtsstreit, und zumindest fuer einen Vergleich.

Zum Glueck bist Du rechtschutzversichert!


Du hast da einen sehr interessanten Punkt angesprochen. Trotz explizierter Nachfrage habe ich bis heute keine Antwort darauf, ob dieser "Single Vehicle Rollover" tatsächlich von dem Versicherer des Vermieters ausgeschlossen ist (was ich kaum glaube, denn es gibt ein paar Vermieter die auch dieses Risiko abdecken wenn man sich ansonsten an die AGB hält) oder ob nur der Vermieter das in seinen AGB ausschließt. Ich kann ja auch einen Rollover haben, nachdem ich schuldhaft ein anderes Auto gerammt habe. Da würde die Versicherung greifen, und das macht die ganze Angelegenheit ziemlich sinnfrei. Der einzige Grund für diesen Passus in den AGB kann eigentlich nur der sein, die Kunden zum umsichtigen Fahren zu animieren. Wenn man dieser Logik folgt, gibt es aber erst recht keinen Grund, in meinem Fall das nicht durch die Versicherung regulieren zu lassen.

Man hat mich echt wie einen Kriminellen behandelt. Am Morgen nach dem Unfall- noch unter Schock stehend - bekam ich einen Anruf von der Vermietung: " Hello XXX, we hope you are well, I have to tell you that you are fully liable for the accident, we took 5000 $ from your credit card, you get no replacement vehicle and You have to return to XXX at your own cost. Dieser Anruf war so dermaßen krass ...

In einem zweiten Gespräch sagt man mir dann auf einmal, es gäbe ein Übergabeprotokoll über 7mm Profiltiefe der Hinterräder, spätestens in dem Moment war mir klar, in welche Richtung der Zug fährt. Als ich dann Fotos der Reifen vorweisen konnte und eine schriftliche Bestätigung des Reifenservices über die Profiltiefe, gabe es dieses Protokoll auf einmal nicht mehr, dafür dann aber die Geschichte mit dem Knallgeräusch und dem fahren mit plattem Reifen...

Da ich ja anwaltlich vertreten werde, weiß ich inzwischen, dass das nach deutschem Recht nicht möglich wäre, für nicht verschuldete Schäden zu haften, egal was irgendwelche AGB bestimmen. Im australischen Recht soll es nicht ganz so einfach sein. Es wäre aber trotzdem eine Hürde vor einem australischen Gericht für die Vermietung.
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Re: Erfahrungen nach Unfall mit Mietcamper

Beitragvon theodor am Mo 20. Mär 2017, 22:23

Zeitreisender hat geschrieben:Trotz explizierter Nachfrage habe ich bis heute keine Antwort darauf, ob dieser "Single Vehicle Rollover" tatsächlich von dem Versicherer des Vermieters ausgeschlossen ist (was ich kaum glaube, denn es gibt ein paar Vermieter die auch dieses Risiko abdecken wenn man sich ansonsten an die AGB hält) oder ob nur der Vermieter das in seinen AGB ausschließt.


Ist es nicht voellig Banane was der Versicherer des Vermieters mit dem Vermieter abschliesst? Ich denke, dass einzige was fuer Dich zaehlt ist die Frage, was in Deinem Vertrag mit dem Vermieter steht. Das wiederum wird dafuer Wort fuer Wort gelten, A ist versichert, B nicht. Ich glaube nicht, dass da Passagen drin sind die als Selbstzweck haben jemanden zum umsichtigeren Fahren zu animieren (Dein Beispiel). Schon deswegen nicht weil niemals jemand die AGBs liesst.

Uebrigens, auch wenn Dein Vermieter rueckversichert waere: Ein Totalschaden wird ziemlich sicher bedeuten dass er bei seiner Versicherung hochgestuft wird, und das kann u.U. teuer werden. Kann schon verstehen dass er es besser findet wenn Du fuer den Schaden aufkommst.

Aber das ist meiner Meinung nach komplett nicht Deine Baustelle.
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Re: Erfahrungen nach Unfall mit Mietcamper

Beitragvon Zeitreisender am Di 21. Mär 2017, 08:51

So ganz klar, wie Du das siehst, dürfte es dann doch nicht sein. Zunächst: das es eine Versicherung (Comprehensive Insurence) geben wird, sollte unbestritten sein. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Vermieter das Risiko selber trägt und nur aus den höheren Mietpreisen eventuelle Schäden deckt.

Auch ein "Roll Over" wird versichert sein. Wie ich ja schon schrieb, ich kann mich auch überschlagen, wenn ich schuldhaft ein anderes Auto ramme. Und es ist auch nicht ganz unwichtig, ob die Versicherung bestimmte "Roll Over" aus der Leistungspflicht ausnimmt (falls das überhaupt geht). Denn ein australisches Gericht könnte schon verlangen, im Falle eines Fahrzeuges, dass auf Grund der Reifen in einem fragwürdigen Zustand ist, den Schaden durch die Versicherung abwickeln zu lassen bzw. dass die Firma den Schaden selber trägt. Es ist nicht sicher, dass ein Gericht so entscheidet, aber laut meinem Anwalt geht die Firma dieses Risiko ein.
Dies würde auch die krampfhaften Betrugsversuche und Lügen der Vermietung erklären, um mir die Schuld in die Schuhe zu schieben. Weil, wenn das tatsächlich so wäre: "du hast das unterschrieben und nun blute", dann würden sie sagen "ja klar, die Reifen waren sch...ße, aber Pech gehabt,das interessiert hier keinen".
Es ist auch für Australien schwer vorstellbar, dass ein Passus in den AGB dem Vermieter ein Persilschein hinsichtlich der Mängelfreiheit des Fahrzeuges ausstellt. Aber mal sehen, vielleicht muss ich mich ja durch ein australisches Gericht eines besseren belehren lassen

Und dass die Vermietung mich verklagen muss wenn sie was möchte, wurde ihr schon mitgeteilt.
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Re: Erfahrungen nach Unfall mit Mietcamper

Beitragvon theodor am Di 21. Mär 2017, 09:58

Druecke Dir auf jeden Fall saemtliche Daumen :)
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Re: Erfahrungen nach Unfall mit Mietcamper

Beitragvon WestSkills WA am Di 21. Mär 2017, 11:51

theodor hat geschrieben:
Oh, kann man sich damit auch Autos kaufen? :-D
Ja :D

theodor hat geschrieben:Cool, dass es fuer Dich geklappt hat, aber ich vermute, dass die Versicherung unabhaengig von Deiner neuen Kreditkarte erkannt hat, dass Bello tot ist und daher auf ihre Forderungen verzichtet hat. Vielleicht warst Du im Recht, vielleicht waren sie kulant. Die Tatsache das Direct Debit nicht funktioniert wird nicht die Rechtslage veraendern haben, in der Du mit der Versicherung ein Vertragsverhaeltnis eingegangen bist. Deren Rechtsabteilung haette sich davon sicherlich nicht abschrecken lassen.
Versucht haben sie es, Drohanrufe etc.

theodor hat geschrieben:Ggf ist der Wechsel der Kreditkarte fuer Dich uebrigens nachteilig in Bezug auf Deine Kreditwuerdigkeit (Scoring Algorithmen bewerten derartiges negativ).
Ich wechselte nicht die Bank oder den Provider, bekam nur ne neue Credit Card Number .. Credit Score ist interessant fuer Leute, die ne loan brauchen.

Cheers
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Re: Erfahrungen nach Unfall mit Mietcamper

Beitragvon Australienfan am Di 18. Apr 2017, 07:45

Reifen, als ich vor ein paar Jahren meinen Allradcamper übernommen habe, sagte man mir das der Ersatzreifen unter dem Fahrzeug sei, ich habe darauf bestanden das man ihn dort hervorholt und das war gut so, denn das klemmte und der Reifen kam nicht zum Vorschein. Der Mechaniker kam nahm das Fahrzeug mit und brachte es 15 min später wieder, nun lies sich der Reifen runter kurbeln. Ich habe mir den Zustand des Reservereifens gut angeschaut , als auch die anderen Reifen, die Reifen waren ok.

Glücklicherweise habe ich durch das Forum ziemlich viele Informationen im Vorfeld gehabt. Ich habe allerdings mitbekommen das andere Vermieter durchaus die Mieter mit alten Reifen fahren lassen, oder mit reparierten und man sogar einen Defekt gut hat ( die Reparatur nicht zahlen muss). Das hatte ich nicht, aber die Reifen waren auch fast neu.

Es ist schon ziemlich hart was da passiert ist, aber alles in Allem, keine Verletzten, keine gesundheitlichen Schäden, ich hoffe der Rest wird sich dann positiv für dich klären. Drücke die Daumen.
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Re: Erfahrungen nach Unfall mit Mietcamper

Beitragvon Zeitreisender am Di 18. Apr 2017, 10:13

Danke!

Mal schauen, seit 10 Wochen gibt es keinerlei Kontakt mehr. Auch auf das Schreiben meines Anwaltes gibt es keine Reaktion. Alles sehr seltsam...
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