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Birdsville Track

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Birdsville Track

Beitragvon Micha am Mo 22. Jul 2019, 11:10

Hi liebe Forumsmitglieder

Mich ziehts mal wieder nach DU. Nächstes Jahr evtl. Apr./Mai muss es der Birdville Track sein.

folgene Fragen Habe ich dazu :

ist die Jahreszeit o.k. ?
ist es sinnvoll aufgrund der Jahreszeit von Süd nach Nord zu fahren (Adelaide - Darwin) ?
geplant ist wieder der Trailfinder, sollte ja 4 WD sein?
Zeitfenster für gesamte Reise 5 Wochen, davon 5 Tage Marree - Birdsville ?
Kalamurina ist wohl endgültig geschlossen ?

Welche Vorschläge, bzw. Ideen auf dem Track gibt es ?

Adalaide, Flinders Range, Mt. Isa , Kakadu, Litchfield, DRW sind bereits mehrfach besucht worden.

Danke für Insiderwissen.
Cu Micha
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Re: Birdsville Track

Beitragvon Followme am Di 23. Jul 2019, 08:25

Hi Micha,

je weiter du zur Jahresmitte kommst, um so besser wird es sein. Dieses Jahr im Januar war ich in der Gegend, es hatte 45 Grad und mehr. Im Frühjahr hast du die Cyclon Season. Von Süd nach Nord halte ich für besser, weil später dann auch die Regenzeit im Norden vorbei ist.

Meine Route war (unter anderem) von Mildura auf dem Silver City Hwy nach Norden. Am Coombah Roadhouse sind wir nach Westen abgezweigt und sind dann über Dirtroads nach Yunta gefahren (gute 200 km)
Das ist eine unglaublich schöne Outback-Landschaft.
Von Yunta ging es weiter zunächst nach Norden und dann nach Westen (ebenfalls über Dirtroads) zu den Flinders. Das sind auch wieder so 250 - 300 km Dirtroads mit ebenfalls sehr abwechslungsreicher Landschaft.
Die Wege waren die ganze Zeit in passablen Zustand. Mit 60 - 80 km/h kamen wir da gut voran.

Von Wilpena Pound ging es dann nach Norden Richtung Marree. Das ist zunächst abwechselnd Asphalt und Gravel, die letzten 100- 150 km Richtung Marree sind dann Gravel.

Wir sind dann weiter auf dem Oudnadatta Track bis Coober Pedy gefahren. Sehr beeindruckende Landschaft, es gibt einiges zu sehen, trotz Wüste.

Da mein Sohn nach Alice musste, ging es auf dem Stuart Hwy. weiter bis zum Plenty Hwy. Von dort ging es weiter auf dem Plenty Hwy, Donohue Hwy Richtung Boulia und dann Richtung Süden über Bedourie nach Birdsville.
Du wirst ja von Marree nach Birdsville fahren. Diese Etappe kenne ich nicht (da könnte dir ,glaube ich, Peter weiterhelfen). Bridsville ist ganz nett, aber wenn nicht gerade Race oder Big Bash ist, ist da tote Hose.
Aber "The Birdsville Hotel" sollte man unbedingt besucht haben. Es gibt auch einen schönen Campground.

Von Birdsville nach Boulia ist überwiegend Gravel Road, die war in recht gutem Zustand. Sooo viel gibt es da dann nicht zu sehen, 2 - 3 Points of Interest, das wars...

Von Boulia über den Plenty Hwy Richtung Stuart Hwy (bzw. bin ich ja in die umgekehrte Richtung gefahren) war anstrengend. Speziell zwischen Stuart Hwy. und QLD- Border war die Straße sehr schlecht. Viel Waschbrett, teilweise viel grober loser Schotter, tiefe, betonharte Spurrillen, mega einsam und eigentlich überhaupt nichts zu sehen. Auf dem Weg ist Tobermorey Station (Cattle Station, Roadhouse und Campground). Da habe ich aber gerade gesehen, die ist durch Cyclon Trevor (März 2019) überflutet worden und vollkommen verwüstet wird aber wohl irgendwann wieder öffnen.

Viel Alternativen um von Boulia nach Norden zu kommen, gibt es ja nicht. Entweder eben über den Plenty Hwy Richtung Alice oder über Mount Isa. Mein Tip wäre da tatsächlich Richtung Alice, und dann ein paar Tage in den East MacDonnell Ranges verbringen. Traumhaft schön, aber mega einsam. Da muss man gut vorbereitet sein. Es ist eine Sackgasse die vom Stuart Hwy abgeht.

Wenn Du tatsächlich von Alice nach Darwin abseits der Hauptstraßen fahren willst, sind aber 5 Wochen schon ambitioniert.

Der Trailfinder ist schon ein gut geeignetes Fahrzeug dafür. Ich halte allerdings 2 Reserveräder für absolut notwendig, ein guter Reifenfüllkompressor ist unverzichtbar. Da sind Ecken bei, sehr einsam. Es gab einige Tage, tagsüber keinerlei andere Fahrzeuge. Du musst oft den Luftdruck anpassen. 2 WD Fahrzeuge auf der Strecke halte ich für absolut nicht möglich. Alle, denen wir mit Reifenschäden begegneten, hatten das falsche Profil. Wir fuhren mit einem 1997er Nissan Patrol (Dachzelt) und "All Terrain" und "Mud Terrain" - Reifen und hatten zum Glück keinen Platten.

Gerne weitere Details bei Bedarf.
Gruß, Andreas
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Re: Birdsville Track

Beitragvon ELL2829 am Di 23. Jul 2019, 11:28

Danke Andreas, hallo Micha

ich war im letzten Jahr in Birdsville zwei Wochen vor den Rennen. Da fingen sie an, auf dem Campground Dixie-Klos aufzustellen und die Plätze zu markieren. Wir durften noch stehen, wo wir wollten. Wir sind dann allerdings nur auf die beiden Reds gefahren und anschließend wieder zurück nach Longreach.
Ende August bin ich dann von Boulia nach Alice über den Plenty Highway gefahren. Es ist halt Gravel Road. Und bei mir war er in einem besseren Zustand als Andreas ihn vorgefunden hat. Tobermorey ist soweit OK, kein Luxus aber praktisch. Alles Stand: August/September 2018.
Heute in einem Monat geht es wieder los. Auf dem Programm stehen der Gunbarell, die French Line und der Birdsville Track. Wenn ich im November wieder da bin, kann ich was zum Birdsville Track sagen. Wobei es von der Großwetterlage abhänging ist, ob ich von Süden oder Norden kommen werde.

Wie Andreas schon schrieb, die Reifen sind wichtig. Wir haben einen auf dem Tanami Track und einen weiteren auf der GRR zerstört. Das waren allerdings keine AT-Reifen sondern Straßenreifen in der Größe 205/16. Jetzt bekommt er 265er oder 285er AT Reifen. Ich werde die Räder zusätzlich mit Reifendrucksensoren ausstatten. Vermutlich hätte ich die Zerstörung verhindern können, wenn ich bemerkt hätte, dass der Druck fällt.

Peter
Zuletzt geändert von ELL2829 am Di 23. Jul 2019, 15:56, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Birdsville Track

Beitragvon Followme am Di 23. Jul 2019, 15:03

Hier ist ein Bericht über Tobermorey Station, die Bilder sagen eigentlich alles.
Da sollte man unbedingt vorher klären, ob das wieder geöffnet ist.

Von Boulia bis Jervois Station sind es sonst fast 500 km ohne Sprit. Ob Toko Fuel hat, weiß ich gerade nicht. Das wäre so etwa 130 km westlich von Boulia.

https://www.northweststar.com.au/story/ ... continues/


Zu den Reifen: Wenn ich Micha richtig verstanden habe, ist es ein Mietcamper, da hat man ja leider keinen Einfluss auf die Reifenwahl. Dann aber unbedingt auf die Profiltiefe achten bei der Übernahme.

Ich weiß nicht, ob die Vermietungen Kompressoren verleihen. Wenn nicht, würde ich mir die 150 Dollar ans Bein binden. Hier darauf achten, dass der ausreichend dimensioniert ist. Die Dinger werden knallheiß.
Die kleinen Schwachbrüstigen hauchen dann ganz schnell das Leben aus.

Mal eine Anekdote von meiner Reise:
Auf unserem Trip hatten wir Kontakt zu zwei Frauen (Australierinnen!!!) die mit einem Miet-SUV unterwegs waren. Der hatte zwar Allrad, aber normale Straßenbereifung.
Ca. 100 km westlich von William Creek ging denen der erste Reifen kaputt, kurz danach der Reservereifen. Das bei der glühender Hitze.
Ein anderes, fremdes australisches Paar fand die beiden, was echt glück war im Januar. Wegen der Hitze ist auf dem Oodnadatta so gut wie gar nichts los. Das zweite Auto hatte einen Kompressor bei und pumpte alle 10- 15 km den kaputten Reifen auf bis es selbst eine Reifenpanne hatte. Ihr Ersatzreifen war vorher auch schon montiert, so dass sie dann selbst alle paar Kilometer ihren eigenen Reifen füllen mussten. Deswegen ließen sie das erste Auto 35km westlich von William Creek zurück, inzwischen war es nämlich dunkel.

Wir wunderten uns in William Creek dann nachts über die Unruhe als die eintrafen, wir standen da auf dem Campground. Am nächsten Morgen fuhren wir dann zu den beiden Frauen, die tapfer am Straßenrand übernachtet hatten (dass sie genug Wasser hatten und auch ein paar Lebensmittel, wurde uns berichtet), machten denen Frühstück und warteten gemeinsam auf den zuvor bestellten Towtruck.

Das war echt ein irres Erlebnis und ein Beispiel wie die Hilfe untereinander funktioniert.
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Re: Birdsville Track

Beitragvon ELL2829 am Di 23. Jul 2019, 23:11

Scheint wieder Okay zu sein. Tobermorey hat bereits im April über FB schon wieder eingeladen, aber darauf hingewiesen, dass die Sanitäranlagen noch kaputt sind.

500 km waren für mich kein Problem. 145 l im Tank und 20 l im Kanister reichen für 1300 km.
Mit dem Komprossor sprichst Du einen heiklen Punkt an. Mein Auto (früher TCC) war mit einem leistungsstarken ausgerüstet. Heiß wurde er zwar trotzdem, ging aber nicht in die Knie. Wir hatten neue Reifen drauf, es hat uns trotzdem nicht geholfen. In Halls Creek habe ich dann bei Toyota für nur 260 einen neuen bekommen. Für eine alte Felge habe ich nach längerem Handeln dann nur 60 AUD bezahlt.

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Re: Birdsville Track

Beitragvon Followme am Mi 24. Jul 2019, 07:00

500 km gehen auch mit dem alten Nissan, der hat einen 90 l Tank und im Kanister hatten wir nochmal knapp 20. Der alte Knallzertreiber genehmigt sich aber gerne auch mal bis zu 18 l auf 100 km. Das Auto war voll beladen, und mit dem Dachzelt, Recovery Tracks, Gasflasche und drei Kanistern auf dem Dach hat der nen Luftwiderstand wie eine Schrankwand :lol:
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Re: Birdsville Track

Beitragvon Micha am Mi 24. Jul 2019, 10:27

Hi Peter, hi Andreas

erst mal vielen Dank für die detailierten Antworten, echt selten so gute Post's erhalten.
Komme hier mal auf das Thema Kompressor. Auf der GRR, sowie auch auf dem Savannah HW habe ich jedesmal den normalen Serienkompressor aus meinem Auto mitgenommen. Hat etwas länger gebraucht bis die 4 bar wieder drin waren, hat aber funktioniert.
Habt Ihr Infos über Kalamurina Station ?
Der Birdsville Track ist während des Rennens im September sicherlich total überlaufen, daher spar ich mir das.
Ich möchte nach 15 AUS- Besuchen einfach die legendäre Strecke mal gefahren sein. (Der Virus hält immer noch an).

So Long and many thanks
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Re: Birdsville Track

Beitragvon ELL2829 am Mi 24. Jul 2019, 13:20

Micha hat geschrieben:Der Birdsville Track ist während des Rennens im September sicherlich total überlaufen, daher spar ich mir das.

Hi MIcha,

wolltest Du nicht im April/Mai dahin?

Wenn Du nicht direkt zum Rennen da bist, hält sich das in Grenzen.

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Re: Birdsville Track

Beitragvon Followme am Mi 24. Jul 2019, 13:31

Also ich kann zu Kalamurina nichts sagen, wie ja schon geschrieben, den Abschnitt zwischen Marree und Birdsville bin ich noch nicht gefahren.

Laut Barkeeper des Birdsville Hotel ist die Population in Birdsville regulär 80 people, während Race oder Big Bash 15000 people :shock:
Weiter sagte er: Tow Truck und Tire Repair machen bei den beiden Veranstaltung 99 % des Jahresumsatzes. die Leute kommen mit 2 WD und normalen Straßenreifen.

Tatsächlich habe ich noch nirgends so viele Reifenleichen am Wegesrand gesehen wie zwischen Bedourie, Birdsville und Windorah :?
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