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Mietvertrag Camper

Australien Forum mit Tipps für die Reiseplanung und den Reisealltag - Sehenswürdigkeiten, besondere Reiseinteressen, Ureinwohnern begegnen, Zoll, Zahlungsmittel, Technik

Mietvertrag Camper

Beitragvon Hazard am Do 13. Sep 2018, 04:48

Ich hoffe mal das das Thema im richtigen Forum ist.
Wollte mal fragen ab wann der Mietvertrag endet, zwischen mir und in meinem Fall BRITZ?
Können die noch Wochen danach auf meine Kreditkarte zugreifen?

Mit freundlichen Grüßen
Hazard
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Re: Mietvertrag Camper

Beitragvon ELL2829 am Do 13. Sep 2018, 10:10

Hazard hat geschrieben:Ich hoffe mal das das Thema im richtigen Forum ist.
Wollte mal fragen ab wann der Mietvertrag endet, zwischen mir und in meinem Fall BRITZ?
Können die noch Wochen danach auf meine Kreditkarte zugreifen?

Mit freundlichen Grüßen
Hazard

Das kommt darauf an, was Du unterschrieben hast.
Für Strafzettel und ähnliches kann das schon mal länger sein.

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Re: Mietvertrag Camper

Beitragvon theodor am Do 13. Sep 2018, 23:55

Auf Deine Kreditkarte kann der Vermieter gar nicht zugreifen. Das Verfahren gab es frueher und hiess 'Pre-Auth', wird aber nicht mehr angewendet.

Das System funktioniert stattdessen so, dass bei Uebernahme ein fester Betrag von Deinem Kreditkartenkonto ueberwiesen wird. Das sind bis zu $5100, abhaengig davon welche Versicherung Du abschliesst. Das Geld liegt also physisch beim Vermieter.

Bei Rueckgabe + ein paar Tage Bearbeitungszeit bekommst Du das Geld wieder. Wenn etwas passiert (z.B. ein Schaden am Auto) wird sich die Rueckueberweisung vielleicht verzoegern bis die Reparatur geklaert ist, bin mir aber nicht sicher, da ich das noch nicht erlebt habe.

Strafzettel sind meiner Erfahrung nach aussen vor. Ich hatte einmal den Fall dass ich ~6 Wochen nach dem Urlaub Post vom Vermieter(oder Email, bin mir nicht mehr sicher) bekam und einen Blitzer bezahlen musste. Das waren dann die Blitzergebuehren + eine Pauschale des Vermieters. Das lief auf jeden Fall komplett unabhaengig von dem Bond, der war zu dem Zeitpunkt laengst rueckueberwiesen.
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Re: Mietvertrag Camper

Beitragvon zerolimits am Fr 14. Sep 2018, 07:53

Hast du den Britz schon abgegeben? Wenn ja war die Abgabe problemlos und was hattet ihr alles geputzt? Wir
Sind noch 2 Wochen im Britz unterwegs. Leider war die Dame im Office sehr rüde und hat bei der Übernahme mit zum Teil absurden penalties gedroht und um sich geworfen plus wer keine Quittung für volltanken und Gas auffüllen bringt zahlt 150 AUD extra...
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Re: Mietvertrag Camper

Beitragvon Followme am Fr 14. Sep 2018, 17:43

theodor hat geschrieben:Auf Deine Kreditkarte kann der Vermieter gar nicht zugreifen. Das Verfahren gab es frueher und hiess 'Pre-Auth', wird aber nicht mehr angewendet.

Das System funktioniert stattdessen so, dass bei Uebernahme ein fester Betrag von Deinem Kreditkartenkonto ueberwiesen wird. Das sind bis zu $5100, abhaengig davon welche Versicherung Du abschliesst. Das Geld liegt also physisch beim Vermieter.

Bei Rueckgabe + ein paar Tage Bearbeitungszeit bekommst Du das Geld wieder. Wenn etwas passiert (z.B. ein Schaden am Auto) wird sich die Rueckueberweisung vielleicht verzoegern bis die Reparatur geklaert ist, bin mir aber nicht sicher, da ich das noch nicht erlebt habe.

Strafzettel sind meiner Erfahrung nach aussen vor. Ich hatte einmal den Fall dass ich ~6 Wochen nach dem Urlaub Post vom Vermieter(oder Email, bin mir nicht mehr sicher) bekam und einen Blitzer bezahlen musste. Das waren dann die Blitzergebuehren + eine Pauschale des Vermieters. Das lief auf jeden Fall komplett unabhaengig von dem Bond, der war zu dem Zeitpunkt laengst rueckueberwiesen.


Das ist mit Sicherheit falsch.

Es wird sehr wohl eine Authorisierung unterschrieben. Eine tatsächliche Abbuchung findet zwar in Abhängigkeit der gewählten Versicherung statt, es gibt aber je nach Höhe der gewählten Selbstbeteiligung die Möglichkeit, dass die jeweilige Kaution nur geblockt wird. Das ist Regelmäßig dann der Fall, wenn die gewählte Selbstbeteiligung niedrig ist.

Ist die Selbstbeteiligung "Null", wird ein Authorisierung für z. B. Verkehrsverstöße und/oder Vertragsverstöße (Fahren auf nicht genehmigten Routen) unterschrieben.

Bußgelder oder Mautgebühren können so auch Monate nach der Reise noch ungefragt von der Kreditkarte abgebucht werden.

Meine Reise ist gerade sechs Monate her, ich hatte auch einen Britz (Mighty) Camper. AUch auf allen anderen Reisen war das so!

Wenn das bei Dir so war, dürfte bei der Vermietung irgend etwas schief gelaufen sein. Einer Zahlungsaufforderung per E Mail von Australien nach Deutschland dürften wohl nicht viele freiwillig nachkommen, da würde die Vermietung schnell ziemlich blöd aussehen, wenn das deren übliche Praxis wäre.

Mal ein Zitat aus den aktuellen T & C von Britz:
"When Liability Reduction Option 2 is selected, the amount is taken as an imprint to the hirers credit card when the vehicle is collected"
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Re: Mietvertrag Camper

Beitragvon theodor am Sa 15. Sep 2018, 01:32

'mit Sicherheit falsch' sind starke Worte ;-) Eventuell liegt die Wahrheit in der Mitte.

Ich habe bisher ausschliesslich mit maximaler Selbstbeteilung ($5000) gemietet und niemals eine Kreditkartenauthorisierung erteilt. Dafuer wuerde die Karte in einer separaten Transaktion durch ein Payment-Terminal gezogen werden muessen, das ist sicher nicht passiert. Auch wuerden erteilte Pre-Auths auf dem Kontoauszug erscheinen. Allerdings ist es plausibel dass das anders gehandhabt wird wenn man eine reduzierte Selbstbeteiligung waehlt.

Bei bisher knapp 10 Leihvertraegen (Britz & Apollo) wurde auch noch niemals nachtraeglich etwas abgebucht.

Auch habe ich definitiv den Strafzettel unabhaengig vom Vermieter bezahlt, allerdings habe ich sowohl einen festen Wohnsitz in Australien als auch einen australischen Fuehrerschein.

Um auf den Kern der Ursprungsfrage zurueckzukommen:

Tatsache ist, dass man - sowohl bei Britz als auch als bei Apollo - in lockerer Urlaubsatmosphaere einen recht langen und kleingedruckten Vertrag zur Unterschrift vorgesetzt bekommt den man weder ernsthaft pruefen noch irgendwie korregieren kann. Sicherlich kann man davon ausgehen dass sich gleich mehrere Juristen sehr viel Muehe gegeben haben, dass die Vermietung in jedem erdenklichen Problemfall gut weg kommt.

Auf der anderen Seite hat man ein wenig die Sicherheit dass bereits tausende von Urlaubern vor einem dieselbe Vermietung benutzt haebn und es zumindest nicht grob sittenwidrig zugeht. Insofern wuerde ich mich darauf einstellen, dass Du Dich im Konfliktfall mit der Vermietung einigen musst und eventuell auch der Tonfall der Konversation ein wenig juristischer wird. Im Gegenzug wuerde ich aber auch nicht befuerchten, dass Monate nach Deinem Urlaub auf einmal Gelder von Deinem Konto verschwinden.
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Re: Mietvertrag Camper

Beitragvon ELL2829 am Sa 15. Sep 2018, 08:06

Hi Theodor,

da Du in Australien wohnst ist das alles etwas anders, als wenn wir Touris ein Auto mieten.
Wir hatten gerade ein Auto bei AVIS gemietet. Ich habe einen Kaution von 100 AUD per Karte hinterlegt. Davon wurde dann die Maut für Brisbane abgezogen und mir der Rest etwa zwei Wochen später erstattet. Gleichzeitig habe ich aber auch unerschrieben, dass eventuelle Strafzettel zusammeen mit einer Bearbeitungsgebühr nach deren Eintreffen bei AVIS von dem Konto eingezoge werden dürfen.

Insofern hat Followme dann recht.

CU

Peter
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Re: Mietvertrag Camper

Beitragvon Followme am Sa 15. Sep 2018, 12:37

Also Theodor, nichts für ungut, die entscheidende Information die mir fehlte ist, dass du in Australien lebst!

In Deutschland habe ich noch niemals (ungelogen: niemals!) einen Posten im Kontoauszug meiner Kreditkartenabrechnung über eine Authorisierung gehabt!

Das mag tatsächlich in Australien vollkommen anders sein. Genauso der Umgang der Vermietung mit der Eintreibung von Bußgeldern von Einheimischen.

Gegenüber Gästen aus Übersee (Deutschland) dürfte da tatsächlich ein ganz anders Prozedre greifen. Kein Ausländer dürfte tatsächlich irgend ein Bußgeld zahlen, dass ihm eine australische Vermietung zustellt. Rechtshilfeabkommen mit Australien gibt es nicht, und die Autovermietung müsste es sich äußerst mühsam und risikoreich einklagen. Das ist so ziemlich unvorstellbar.
Der Mieter hätte überhaupt kein Risiko, wenn er dieses Schreiben ignorieren würde, höchstens wenn er wieder in Australien einreisen bzw. erneut bei der Vermietung ein Auto mieten wollte.
Also wird gnadenlos auf deine Kreditkarte zurückgegriffen. Bei meinem Sohn waren es beispielsweise Maut+ Strafe, weil er es nicht mitbekommen hatte, dass er eine entsprechende Straße benutzt hatte. Das kam erst einige Monate später ohne jeglich Vorankündigung oder Möglichkeit der Intervention und belastete sofort die Kreditkarte.

Mit denTerms & Conditons hast du insofern recht, dass dir ein ellenlanger Schrieb vorgelegt wird, den nicht zu lesen halte ich (gebranntes Kind) als für mega gefährlich.
Da man eigentlich wenn man nach Australien reist ein Auto nicht spontan mietet, sollte man sich die T & C zuvor im Internet durchlesen. Die gängigen Vermietung bieten alle diese Möglichkeit.

Hinsichtlich der "Seriosität" der Vermietung würde ich auch widersprechen. Du kennst ja meinen Bericht über den Unfall den ich mit einem Apollo Camper hatte.
Das war das mit dem Überschlag nachdem gleichzeitg zwei Reifen platzten.

Eine der Dreistigkeiten dabei war auch, dass die Vermietung bereits einen Tag nach dem Unfall - ohne Kenntnis irgendwelcher Umstände, das Fahrzeug war noch nicht mal geborgen - 5000 AUD von meiner Kreditkarte abgebucht hatte. OHNE AUTHORIESIERUNG!!!

Über die den Unfall auslösenden Umstände und den Zustand der Reifen logen sie, dass sich die Balken bogen.

Soviel zu Umgang mit Kreditkarten, Authorisierung und Seriosität...
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Re: Mietvertrag Camper

Beitragvon WestSkills WA am So 16. Sep 2018, 07:28

Sehr schoen erklaert 'Followme', danke.

Wir haften hier letztendlich mit unseren Driver's licences und unseren Rego Plates fuer die kleinen 'Missgeschicke' (Fines), die einem jeden passieren, egal wie vorsichtig man unterwegs ist.

Und die Debt Collectors (Unfall) haben es mit Menschen, die in AUS leben, auch wesentlich einfacher, als mit Touristen, die wieder ausreisen und auf die dann nicht wirklich legally zugegriffen werden kann.

Deswegen die Unterschiede.

Disclaimer: Habe selbst seit ueber 20 Jahren kein Fahrzeug mehr in AUS gemietet. Deswegen halte ich mich aus Diskussionen zum Thema 'Fahrzeuganmietung' einfach raus. Doch ich erkenne das 'Prinzip'.

Cheers
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