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Dt. Tourist im Outback vermisst

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Dt. Tourist im Outback vermisst

Beitragvon Rusty am So 10. Nov 2019, 10:47

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Re: Dt. Tourist im Outback vermisst

Beitragvon Followme am So 10. Nov 2019, 12:35

O ha! Ich gehe mal davon aus, der Artikel bezieht sich auf den gestrigen Samstag, leider steht da kein Datum.

Ich war am Mt Augustus vor knapp drei Jahren. Die Entfernungen da sind echt gewaltig. Einmal mit dem Auto rum sind 50 km. Und es ist mega einsam da.
Ich kenne da auch nur die Mount Augustus Station mit dem Tourist Park. Ansonsten ist da über hunderte Kilometer nichts (außer die ein oder andere Farm, die man aber fast nie vom Weg aus sieht).

Es ist aber eine absolut spannende Fahrt auf unbefestigten Wegen durchs Outback zum Karijini NP als Alternative zum Great Northern Hwy.

Als ich da war, waren es auch ca. 45 Grad. Ich versuchte zwei kurze Wanderungen. Die eine ging bergauf und die andere war in ebenem Gelände. Beide brach ich nach ca. 20 min ab.
Die Hitze und die Anstrengung war unmenschlich!

Ich hoffe das allerbeste für den Vermissten und drücke alle Daumen, seine Chancen dürften aber sehr schlecht stehen, wenn er bei 45 Grad nicht innerhalb von 1 - 2 Tagen gefunden wird.

Ich möchte mal hier die Gelegenheit nutzen, denen ein paar Tips zu geben, die darüber nachdenken (ohne entstprechende Erfahrung) derartiges zu unternehmen.

- Möglichst jemandem Bescheid sagen wo man wandert und wann man zurückkehren will.

- in diesen Gegenden immer eine offline Navigation bei haben. Wenn man mit mehreren wandert, dürfen sich diese auf keinen Fall trennen, wenn nicht jeder eine eigene Navigationshilfe bei hat. Ich habe es selbst erlebt, dass ich mich nur vielleicht 100 m von einem markierten Weg entfernt habe, und diesen Weg nicht mehr wiedergefunden habe!

- es ist absolut notwendig eine Powerbank zum Nachladen des Navis mitzuführen

- ein satellitengestütztes Notrufsystem wie z. B. EPIRB ist absolut unverzichtbar im Outback. Auch hier gilt wieder, Gruppen dürfen sich im Outback nicht trennen, wenn es nur ein Gerät gibt.

- der Trinkwasserverbrauch ist enorm. Bei Frühtemperaturen, die in diesen Gegenden bereits morgens um 8 Uhr bei 36 Grad liegen können, braucht man für eine Wanderung von 2 -3 Stunden mindesten 3 l Wasser pro Person.

- nach 10 Uhr sollte man bie diesen Temperaturen nicht mehr wandern.

Dann noch der Standarthinweis: bei einer Fahrzeugpanne niemals das Auto verlassen.
Zuletzt geändert von Followme am So 10. Nov 2019, 13:25, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Dt. Tourist im Outback vermisst

Beitragvon Micha am So 10. Nov 2019, 13:07

Hi Followme,

sehr guter Post.

wie könnte man den an alle AUS Besucher weitergeben?

Wäre ein guter Sicherheitshinweis.
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Re: Dt. Tourist im Outback vermisst

Beitragvon Followme am So 10. Nov 2019, 13:22

Na ja, da könnten hier die Admins des Forums mithelfen.

Wie wäre folgendes:

Die Admins richten einen "Postkasten" ein, und jeder kann da seine Tips einreichen. Die Admins sichten das (evtl. auch in Hinblick auf die Sinnhaftigkeit der Tips), und veröffentlchen es (gerne auch mit Namensnennung des Tipgebers) unter einem eigenen Thema, aber nicht im Forum! Sozusagen als Nachschlagewerk.

Im Forum könnte das dann diskutiert werden oder nachgefragt werden. Bzw. könnten die Tipgeber per PN angesprochen werden.
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Re: Dt. Tourist im Outback vermisst

Beitragvon Rusty am So 10. Nov 2019, 14:50

Gute Idee von Followme, ob durchführbar, da bin ich skeptisch.

Derartiges passiert ziemlich oft und fast jedes Jahr, irgendwie wo in diesem Riesenland und ist fast immer vermeidbar.
Ein Besuch bei http://www.mtaugustustouristpark.com und der dortigen Touristinformation, derartiges gibt es fast in jedem Platz, ist fast immer mit einheimischen Freiwilligen besitzt hätte sicher genügt.

Der normale Tourist, das sind hier ja fast alle, lässt sich nicht gerne belehren und ist auch weitgehend Ratschlag resistent, vergisst dann doch dabei, dass hier nicht in 10 min. ein Notarzt da sein wird, die Hitze, die Weite usw.
Da muss man sich hier nur so manche Beiträge durchlesen. Im hiesigen Archiv lässt sich gar manches finden und anderweitig noch viel mehr, bei Schnellreisenden wird das ggf. nicht immer berücksichtigt.

Hoffentlich überlebt der Vermisste, die Freiwilligen sind ja schon ausgerückt, ohne solche Leute wäre hier gar manches im Argen, aber in einem Pionierland wie Australien, ist das noch normal.
Aber freiwillige Feuerwehren und Bergwacht usw. gibt auch bei euch. Gemeinsinn ist auf der ganzen Welt und unter den normalen Leuten noch immer da.

Servus

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Re: Dt. Tourist im Outback vermisst

Beitragvon ELL2829 am So 10. Nov 2019, 16:31

Followme hat geschrieben:Na ja, da könnten hier die Admins des Forums mithelfen.

Wie wäre folgendes:

Die Admins richten einen "Postkasten" ein, und jeder kann da seine Tips einreichen. Die Admins sichten das (evtl. auch in Hinblick auf die Sinnhaftigkeit der Tips), und veröffentlchen es (gerne auch mit Namensnennung des Tipgebers) unter einem eigenen Thema, aber nicht im Forum! Sozusagen als Nachschlagewerk.

Im Forum könnte das dann diskutiert werden oder nachgefragt werden. Bzw. könnten die Tipgeber per PN angesprochen werden.

Gute Idee …

Allerdings sollten wir dabei berücksichtigen, dass die Wenigsten solche Tipps lesen und auch nur wenige in diesem Forum unterwegs sind. Und dann: "Ich weiß ja, was ich tue!" "Ich brauche keine Belehrungen."
Der jetzt Vermisste war ja auch kein junger Spund, sondern mit Ende 60 das Gegenteil.

Um Rusty zu zitieren, es wird so oft über die Gefahren geschrieben und geredet. Man muss dieses dann auch zur Kenntnis nehmen und beherzigen. Die Hintergründe oder Umstände kennen wir nicht. Vielleicht ein Streit und dann ist er weitergegangen.
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Re: Dt. Tourist im Outback vermisst

Beitragvon Followme am So 10. Nov 2019, 17:07

Rusty und Peter:
ihr habt beide zu 100% Recht!

Aber wenn nur jedem Hundertsten der hier stöbert, durch so ein Nachschlagewerk der A... gerettet würde, das wäre doch was.

Ich selbst habe durch Naivität und/oder Unwissenheit auch den einen oder anderen Fehler gemacht, zum Glück ist nichts wirklich schlimmes passiert. Ersparrt hätte ich mir´s trotzdem gerne.
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Re: Dt. Tourist im Outback vermisst

Beitragvon lenz am So 10. Nov 2019, 17:15

All,

Vielen Dank für die Hinweise. In der Tat ist es so, dass die Hinweise im Forum dann kaum die Personen erreichen, die es eigentlich lesen sollten.

Die bedauerlichen Einzelfälle - wie im jetzt akuten Fall am Mount Augustus - sind für uns immer wieder Anlass darauf hinzuweisen welche Vorsichtsmassnahmen erforderlich sind.

Deswegen schauen wir immer wieder ob wir bei unseren Tourtipps entsprechende Hinweise veröffentlicht haben und diese ggf. optimieren können.

Das trifft dann auch auf "Baden in Billabongs mit Krokodilgefahr" und anderes zu.

Wir nehmen dazu sehr gerne Optimierungsvorschläge vor - Den entsprechenden Input am besten über http://www.australien-info.de/verbesserung.html an uns senden.
Dann können wir die jeweilige Seite rasch aktualisieren.

Der Input aus diesem Thread findet sich übrigens auch in einer Nachricht für den nächsten Newsletter
http://www.australien-info.de/nachrichten.html?id=3823
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Re: Dt. Tourist im Outback vermisst

Beitragvon WestSkills WA am Mo 11. Nov 2019, 09:42

Ihr habt alle Recht, werte Gemeinde,

Die, die hier leben und jene, die oft in Australia waren, koennten ein Buch darueber schreiben, was zu beachten und was zu vermeiden ist.

Nur leider wuerde es keiner lesen, da die Zielgruppe ueber dieses Forum kaum erreicht wird.

Auch ich machte Fehler, die vermeidbar gewesen waeren, haette ich damals bereits das noetige Wissen gehabt. Ich hatte Glueck. Nichts als pures Glueck.

Per se ist die Idee wirklich gut und vielleicht sollte man den Touris, wenn sie einreisen, ein kleines booklet auf's Auge druecken, speziell den Deutschen, die meinen, auf Wasser wandeln zu koennen. Viel Spass mit der Suche nach Wasser im outback.

Ich moechte nicht disrespectful erscheinen und hoffe es geht alles gut aus fuer den Deutschen Traveler. Die derzeitgen Temperaturen und die Zeit, die bereits vergangen ist, seitdem der Alarm ausgeloest wurde, sprechen allerdings gegen sein Ueberleben.

Ich hoffe mir wird das Gegenteil bewiesen.

Cheers
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Re: Dt. Tourist im Outback vermisst - RIP

Beitragvon WestSkills WA am Mo 11. Nov 2019, 10:27

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